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Medienwerkstatt 2011
SAP-Community
(noch keine Termine fixiert)

Die zweitägige Medienwerkstatt ist Orientierung und Anleitung für erfolgreiche Kommunikationsarbeit in der SAP-Community. Ausgewählte Medienkanäle werden evaluiert und die Distributionsformen von Informationen dargestellt.

Detailliert wird auf die aktuelle Diskussion um die Zukunft der Print- und Web-Szene eingegangen. Fragen nach dem Qualitätsjournalismus werden beantwortet. die wirtschaftliche Situation der Kommunikationsbranche wird analysiert. Und die Chancen und Möglichkeiten eines IT-Anbieters und SAP-Partners in der deutschsprachigen SAP-Community werden aufgezeigt. Nicht diskutiert werden die elektronischen Medien-kanäle Radio und TV, jedoch Video und Multimedia im Web.
   

Themen:

Folgende Themen werden in den Medienwerkstatt detailliert diskutiert und an Hand von Beispielen verifiziert:

Die magischen Kanäle
Redaktionsgeheimnis & Qualitätsjournalismus
Access versus Property
Bildungsarbeit & Exklusivität
Understanding Media @ SAP-Community
Sprache, Fotos & Layout ~ z.B. E-3 Coverstory
Agentur versus Verlag
Werbung & Journalismus
Umbruch der Medienwelt: Was kostet die Zukunft?


Plus alles Wissenswertes für die Partner der SAP-Community über das Apple iPad: Inhalte, Technik, Werbe-Plattformen, Multi-Media, internationales Magazinangebot etc.
  

Die magischen Kanäle

Was ist der Inhalt der Sprache?‟ fragte 1964 Herbert Marshall McLuhan in seinem revolutionärem Buch „Die magischen Kanäle‟. Und der Philosoph Ludwig Wittgenstein hat viele Jahre davor schon die Antwort geliefert: „Es ist wahr, alles ließe sich irgendwie rechtfertigen, aber das Phänomen der Sprache beruht auf der Regelmäßigkeit und der Überein-stimmung im Handel.‟ Wer daraus schließt, dass eventuell die Sprache an sich keine Botschaft hat, wenn nicht ergänzend andere Parameter vorliegen, wie etwa die Übereinstimmung im Handeln, der landet unmittelbar wieder bei Marshall McLuhan: „Denn die "Botschaft" jedes Mediums oder jeder Technik ist die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt.‟

Und weiter schreibt Marshall McLuhan: „dass das Medium die Botschaft ist, weil eben das Medium Ausmaß und Form des menschlichen Zusammenlebens gestaltet und steuert. Der Inhalt oder die Verwendungsmöglichkeit solcher Medien sind so verschiedenartig, wie sie wirkungslos bei der Gestaltung menschlicher Gemeinschaftsformen sind.‟ Das Bild The Conversation Prism von Brian Solis zeigt die magischen Web-Kanäle ganz ohne Inhalt. Der Erfolg und die Faszination geht vom Medium aus, die Inhalte sind ganz unterschiedlich, fast schon beliebig.

The Conversation Prism by Brian Solis and Jesse Thomas

Der Diskurs über die magischen Web-Kanäle (McLuhan/Solis) mit Ergänzung um die klassischen Kommunikationskanäle wie Tageszeitung, Bücher, Magazine, Plakate, Postkarten, Fahnen etc. ist eine zentrale Aufgabenstellung der Medienwerkstatt.
  

Redaktionsgeheimnis & Qualitätsjournalismus

Letztendlich ist es eine Frage um die verlorengegangene Exklusivität. Im Zeitalter von Twitter und Co. tendiert der Wert einer Pressekonferenz gegen Null. Dem Journalisten ist in vielen Fällen der Informationsvorsprung abhanden ge-kommen. Ein gelebtes Redaktionsgeheimnis gibt es kaum mehr. Journalisten sind zu Textern mutiert und die neue Qualität ist die Quantität vom Reichweite, Anzeigenumsatz und Klickrate.
  

access versus property

 „Egal welches Medium, Communities und deren Vernetzung sowie kreative Ideen: wie man diese werblich anspricht, sind die Fragen der Zukunft“, sagte Christiane zu Salm, Vorstand Cross Media bei Hubert Burda Media. Auch innerhalb der Verlage würden sich die Organisationsstrukturen verändern, prognostizierte sie. Eine Gemeinschaftsbildung nach innen sei ebenso notwendig wie eine Öffnung gegenüber den neuen technischen Möglichkeiten. (Quelle: Medientage München 2008, Printgipfel Publishing, Wachstum unter veränderten Bedingungen: Kreuz und quer denken in Zeiten von Crossmedia)

Gemeinschaftsbildungen definieren sich primär über Zugriffs-strukturen, Netzwerke und Kommunikation. Eine Community ist ein Netz von Informationskanälen und Interaktion. Erst peripher und sekundär entscheiden Besitzverhältnisse über den Erfolg und die Struktur einer Community. „Wer Kommunikation übt, steht im Dienst eines anderen und gibt ihm eine Gabe weiter, die diesen prägt, formt und verändert, so dass aus dem, der Kommunikation schenkt, und dem, der sie empfängt, ein neues Drittes wird: die Communio.“ Prof. em. Dr. Gisbert Greshake ist Professor emeritus für katholische Dogmatik und Ökumene. Mitherausgeber der erfolgreichen Edition christlicher Quellentexte. Lehrt an der Gregoriana in Rom und in Freiburg/Breisgau.
  

Bildungsarbeit & Exklusivität

Das Medium ist kein exklusiver Besitzstand von Journalisten und anderen Berufsgruppen. Somit entfällt auch die Kontrolle über die Distribution der Botschaft. Exklusive Neuigkeiten gibt es im Alltag nicht mehr. Der Wert des Informationsbesitzes tendiert gegen Null. Der Zugriff, das Verstehen von Informationen manifestiert sich in der Bildungsarbeit. Das immaterielle Verstehen siegt über die materiellen Produktionsgüter der Informationsindustrie. Video und Television war früher ein monopolartiges Konstrukt, heute besitzt ein Video keine Exklusivität mehr. Es ist gelebte Bildungsarbeit auf YouTube mit Camcorder unter 100 Euro.
  

Understanding Media
@ SAP-Community

Die deutschsprachige SAP-Community hat ihre eigenen Kanäle zur Distribution von Information. Aber auch hier gilt: Das Medium ist die Botschaft. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ein SAP-Partner sich auf der CeBIT mit einem eigenen Stand präsentiert, einen Partnerstand bei IBM hat, Kongresspartner der zeitgleich stattfindenden SAP World Tour ist oder jede Nähe zur offiziellen SAP meidet und nur am DSAG Jahreskongress öffentlich auftritt. Das Medium ist Teil der vertrauensbildenden Maßnahmen in der SAP-Community. Die Auswahl und Anwendung der unterschiedlichen Medien werden von vielen Parametern bestimmt. Der vermittelte Inhalt hingegen ist häufig derselbe und entspricht weitgehend der Corporate Identity der Informationsquelle.
  

Sprache, Fotos & Layout
z.B. E-3 Coverstory

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, aber auch Worte können verräterische sein. Oft ist zu lesen "die Bilanz des letzten Jahres". Dem Unternehmen ist zu wünschen, dass es nicht sein letztes Jahr war, sondern lediglich das abgelaufene oder vergangene.

Die E-3 Coverstory ist einer der wichtigsten Informations-kanäle in die deutschsprachige SAP-Community. Hier gilt ganz besonders: Das Medium ist die Botschaft! Somit gibt es auch jede Menge Fallen, Stolpersteine und Kommunikationschaos.
 

Dieselbe Person und ganz verschiedene Botschaften?

Das Medium bleibt die Botschaft, diese kann aber sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. "Die Botschaft, so schien es damals, sei der "Inhalt", als die Leute noch fragten, was ein Gemälde bedeutet. Doch wäre es ihnen nie eingefallen zu fragen, was eine Melodie, ein Haus oder ein Kleid bedeutet. In solchen Dingen haben die Menschen eine gewisse ganzheitliche Auffassung der Struktur, Form und Funktion als eine Einheit beibehalten." Aus "Die magischen Kanäle" von Herbert Marshall McLuhan, 1964.
    

Agenturen versus Verlage

Aus Sicht der Informationsproduktion stehen sich Agenturen und Verlage sehr nahe. Werbe-, Schalt-, PR-, Event-Agenturen geben häufig ihre Ergebnisse an Tageszeitungen, Magazine und andere Medien unmittelbar weiter. Die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit endet jedoch bei der Erfolgskontrolle und Entlohnung. Das Agentur-Ecosystem unterscheidet sich deutlich vom Ecosystem der Verlagsszene.
   

Werbung & Journalismus

Als es in den Tageszeitungen und Magazinen noch jede Menge Werbung und Anzeigen gab,  war es Aufgabe des Journalisten die Rückseiten der Werbesujets mit Text zu füllen. Aus welchem Blickwinkel man auch immer die Symbiose aus Werbung und Journalismus betrachten will, das Henne-Ei-Problem lässt sich nicht trivial lösen. Fachjournalismus und Community-Magazine haben naturgemäß ein besondere Affinität zu Werbung. Darf man hier also noch von Qualitätsjournalismus sprechen? Die deutschsprachige SAP-Community hat jedenfalls einen eigenen, sehr erfolgreichen Journalismus entwickelt, der auch fast ohne Werbung leben kann.
  

Umbruch der Medienwelt:
Was kostet die Zukunft?

Google, Twitter, iPad, Mobile-TV und Bloggen: Wir stecken mitten in einer Medienrevolution und dennoch scheinen die 1964 von Marshall McLuhan formulierten Worte mehr den je zu gelten. Ist die Revolution vielleicht nur eine Evolution? Viele Antworten auf die Fragen nach dem Qualitätsjournalismus, dem Überleben von Büchern, Zeitungen und Magazinen, der Akzeptanz von Video, Blogs und Google etc. sind abhängig vom dazugehörigen Finanzierungsmodell. Die Medienzukunft wird definiert durch die Bereitschaft der Kostenübernahme.

 

Medienwerkstatt 2011
Konzept & Inhalt
plus Fax-Anmeldung



„Kommunikation ist gegenwärtig ein modischer Begriff. Einerseits steht er in der Alltagssprache für gelungene und gelingende Beziehung zwischen Menschen; andererseits gehört er zum zentralen Bestand der Objektsprache einer Reihe von Einzelwissenschaften von der Biologie, über Psychologie, Publizistik bis zur Soziologie und Pädagogik.“
  
Christof Bäumler, Theologische Realenzyklopädie, Band 19. Berlin/New York, 1990.
 


   
„News sind inzwischen überall zu haben und zwar kostenlos“, so Dr. Dirk Ippen, Inhaber des Münchner Zeitungs-Verlags, „doch eine Zeitung vereint eine bestimmte Zielgruppe zu Solidarsystemen.“
  
Quelle: Medientag München 2008, Printgipfel Publishing, Wachstum unter veränderten Bedingungen: Kreuz und quer denken in Zeiten von Crossmedia.
  


    
„Wer Kommunikation übt,
steht im Dienst eines anderen und gibt ihm eine Gabe weiter,
die diesen prägt, formt und verändert, so dass aus dem, der Kommunikation schenkt,
und dem, der sie empfängt,
ein neues Drittes wird:
die Communio.“
  
Prof. em. Dr. Gisbert Greshake ist Professor emeritus für katholische Dogmatik und Ökumene. Mitherausgeber der erfolgreichen Edition christlicher Quellentexte. Lehrt an der Gregoriana in Rom und in Freiburg/Breisgau.
  


  
Erstens verweist communio/ communicatio auf die Wurzel „mun“, welche soviel wie Schanz, Umwallung besagt. Menschen, die in communio stehen und communicatio voll-ziehen, befinden sich zusammen hinter einer gemeinsamen Um-wallung. […] So gesehen bezeichnet communio/ communicatio die teilhabe an einem dritten Gemeinsamen, eben am gemeinsamen Lebens-raum oder auch an anderen gemeinsamen Gütern.
  
Communio/communicatio ver-weist aber zweitens ebenso auf jene Wurzel „mun“ hin, die sich im lateinischen Begriff munus gleich Aufgabe, Dienstleistung bzw. auch Gabe, Geschenk niederschlägt. Wer Kommunika-tion übt, steht im Dienst eines anderen und gibt ihm eine Gabe weiter, die diesen prägt, formt und verändert, so dass aus dem, der Kommunikation schenkt, und dem, der sie empfängt, ein neues Drittes wird: die Communio.
  
Gisbert Greshake
aus Transdisziplinäre Kommunikation.
Österr. Kunts- und Kulturverlag, 2008. Band 19, S. 196
  


   
„Unlängst schreckte die Meldung die deutsche Öffentlichkeit auf, der Brockhaus solle ab dem kommenden Jahr nicht mehr gedruckt erscheinen, sondern nur noch als Online-Lexikon im Internet verfügbar sein. Die Nachricht von der "Kapitulation" des gedruckten Buches vor dem Internet erzeugte aber nicht nur Sorge, sie ist auch Ausdruck einer stärker werdenden öffentlichen Debatte um die Zukunft des Buches, die Rolle der Verlage und Buchhändler sowie die Aufgabe des Urheber-rechts im Allgemeinen. Hinter dem Begriff Open Access hat sich eine Bewegung gebildet, die die völlige Abschaffung des altbekannten Systems von Verlagen, Buchhändlern und Urheberrecht fordert. Die Debatte zeigt, dass – nach Film und Musik – nun auch die Bücher von der fortschreitenden Digitalisierung ergriffen und durchgeschüttelt werden.‟
  
Quelle: projektzukunft.berlin.de
   


  
Die Folgen der Netz-Revolution: Das Internet und digitale Tech-nologien werfen althergebrachte Geschäftsmodelle über den Haufen. Anzeigenerlöse bröckeln, der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt ist in der Krise, Jugendliche sind mehr online, als sie fernsehen. SPIEGEL Online beschreibt und analysiert den Umbruch und seine Folgen.
 
Quelle: SPIEGEL Online
  



Napoleon hat sich auch für andere Medien interessiert, und besonders der optische Telegraf machte ihn über seine Feinde überlegen. Er soll gesagt haben: "Drei feindliche Zeitungen sind mehr zu fürchten als tausend Bajonette."

Quelle: Herbert Marshall McLuhan "Die magischen Kanäle" 1964



Der weitreichende Einsatz von Social-Media-Kanälen in der gesamten Kampagne stellte an sich schon eine Botschaft dar. Es gelang T-mobile, so nicht nur ein innovatives Produkt zu kommunizieren, sondern dieses Produkt auch innovativ zu kommunizieren. Der Einsatz von Kanälen wie Twitter, YouTube und eines Blogs wurde somit gleichzeitig zum Beleg der über die Kanäle kommunizierten Inhalte.

Quelle: Public Relations Case Studies, Spiller, ISBN 978-3-86764-234-7, UVK Verlag, 2010



Holger Jung, Vorstand der Werbeagentur Jung von Matt, im SPIEGEL Online Interview:

„Ich halte nichts von anti-zyklischer Werbung im großen Stil. Die kann ich von einem Kunden im aktuellen wirtschaft-lichen Umfeld auch kaum verlangen. Aber die Unter-nehmen müssen zumindest über ein Mindestmaß an Werbung nachdenken, wenn sie ihre Marken nicht dauerhaft schädigen wollen. Marken sind Leuchttürme, die müssen gerade bei Nebel brennen. Einen Discostrahler brauche ich dazu aber nicht. Das wird leicht vergessen bei der aktuellen Panik.“

Quelle: SPIEGEL Online